Unbekannter toter Junge aus der Donau

17. Juli 2026

Polizei gibt auch Jahre später nicht auf – 15.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Mehr als vier Jahre nach dem tragischen Fund eines toten Kindes in der Donau hoffen die Ermittler weiterhin auf entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung. Obwohl der Fall bereits längere Zeit zurückliegt, gibt die Polizei nicht auf und setzt ihre umfangreichen Ermittlungen konsequent fort. Mit einer neuen Gesichtsrekonstruktion möchten die Beamten nun erreichen, dass sich doch noch jemand an den bislang unbekannten Jungen erinnert.

Leichnam eines Kindes im Mai 2022 entdeckt

Am 19. Mai 2022 wurde der Leichnam eines Kindes in der Donau bei Großmehring im Landkreis Eichstätt entdeckt. Trotz intensiver Ermittlungen konnte die Identität des Jungen bis heute nicht geklärt werden. Die Ermittlungsgruppe arbeitet weiterhin gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt daran, die Herkunft des Kindes und die Hintergründe seines Todes aufzuklären.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war der Junge zwischen fünf und sechs Jahre alt, etwa 110 Zentimeter groß und rund 15 Kilogramm schwer. Er hatte braune Haare und die Blutgruppe 0.

Rechtsmediziner rekonstruierten das Gesicht

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt wurde das Gesicht des Kindes durch Spezialisten der Rechtsmedizin rekonstruiert. Grundlage hierfür waren wissenschaftliche Methoden, mit denen sich anhand der individuellen Schädelform fundierte Rückschlüsse auf das wahrscheinliche Aussehen zu Lebzeiten ziehen lassen.

Die Ermittler hoffen, dass die nun veröffentlichten Rekonstruktionsbilder Erinnerungen wecken und Menschen den Jungen wiedererkennen. Gerade bei sogenannten Cold Cases können neue Veröffentlichungen dazu führen, dass Zeugen sich nach Jahren melden oder bislang unbekannte Informationen bekannt werden.

Polizei gibt auch nach Jahren nicht auf

Der Fall liegt inzwischen mehrere Jahre zurück. Dennoch macht die Polizei deutlich, dass sie die Ermittlungen keineswegs eingestellt hat. Im Gegenteil: Die Beamten verfolgen weiterhin jede Spur und setzen alles daran, die Identität des Kindes festzustellen sowie die Todesumstände vollständig aufzuklären. Neue Erkenntnisse oder auch vermeintlich kleine Hinweise könnten dabei von großer Bedeutung sein.

Ermittler suchen Hinweise zu einem Pflasterstein

Besonders wichtig sind für die Kriminalpolizei außerdem Hinweise zu einem Pflasterstein, mit dem der Leichnam beschwert worden war. Dabei handelt es sich um einen etwa 40 x 20 x 6 Zentimeter großen Pflasterstein der Marke Diephaus vom Typ „Natura Vigo“.

Wer Angaben zur Herkunft dieses Steins machen kann oder ihn wiedererkennt, wird ebenfalls gebeten, sich bei den Ermittlern zu melden.

15.000 Euro Belohnung ausgelobt

Für Hinweise, die zur Identifizierung des Kindes, zur Aufklärung der Todesumstände und gegebenenfalls zur Ergreifung eines Täters führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 15.000 Euro ausgelobt. Über die Zuerkennung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtswegs entschieden.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Ingolstadt unter der Telefonnummer 0841 / 9343-0 entgegen.


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