Herne-Wanne-Eickel. Ein ungewöhnlicher Polizeieinsatz hat am Donnerstag, 20. August 2026, am Hauptbahnhof Wanne-Eickel für Aufsehen gesorgt. Bundespolizisten kontrollierten dort einen 18-Jährigen, der eine Bundeswehruniform trug. Schnell stellte sich jedoch heraus: Der junge Mann gehört offenbar gar nicht zur Bundeswehr. Bei der anschließenden Kontrolle fanden die Beamten zudem mehrere Waffen.
Fake-Soldat am Bahnhof versucht zunächst zu flüchten
Die Einsatzkräfte wurden am Hauptbahnhof auf den jungen Mann aufmerksam und sprachen ihn an. Daraufhin versuchte der 18-Jährige zunächst, sich der Kontrolle zu entziehen. Die Bundespolizisten konnten ihn jedoch wenig später stoppen.
Während der Überprüfung kamen bei den Beamten Zweifel an seinem vermeintlichen Soldatenstatus auf. Schließlich räumte der Mann ein, kein Angehöriger der Bundeswehr zu sein. Damit entwickelte sich die Kontrolle des Fake-Soldaten am Bahnhof zu einem umfangreicheren Polizeieinsatz.
Polizei entdeckt mehrere Waffen
Die Beamten wollten außerdem wissen, ob der 18-Jährige Waffen mit sich führte. Diese Frage soll er zunächst verneint haben. Eine anschließende Durchsuchung ergab jedoch ein anderes Bild.
Nach Angaben der Polizei fanden die Einsatzkräfte eine Kaltgaswaffe mit CO₂-Kapseln sowie ein dazugehöriges Holster und Munition. Außerdem stellten sie eine Schreckschusswaffe und ein Messer sicher.
Hoheitsabzeichen ebenfalls sichergestellt
Neben den Waffen nahmen die Polizisten auch Hoheitsabzeichen an der getragenen Uniform an sich. Der 18-Jährige stammt aus Castrop-Rauxel und ist nach Angaben der Bundespolizei bereits polizeibekannt.
Für den Bereich des Bahnhofs erhielt der Mann einen Platzverweis. Gleichzeitig leiteten die zuständigen Behörden Ermittlungen ein.
Ermittlungen gegen den 18-Jährigen laufen
Im Mittelpunkt stehen unter anderem mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz. Zudem prüfen die Ermittler einen möglichen Missbrauch von Uniformen und Abzeichen.
Warum der Fake-Soldat am Bahnhof in Bundeswehruniform unterwegs war, ist derzeit nicht bekannt. Auch zu den persönlichen Hintergründen des 18-Jährigen machte die Bundespolizei zunächst keine weiteren Angaben.
Damit bleibt insbesondere die Frage nach seinem Motiv offen. Die Ermittlungen sollen nun klären, weshalb der Mann die Uniform trug und warum er mehrere Waffen bei sich hatte.
Hinweis: Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
