Auf gefährlichem Terrain

Gruppenbild vom Feldtest in Wesel im Juni 2021

Das Forschungsprojekt SORTIE des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kombiniert verschiedene Sensorik auf einer Drohne, um Verschüttete schneller und zuverlässiger zu lokalisieren und ohne dass die Einsatzkräfte das gefährliche Terrain betreten müssen. Um hier ein modulares System zu entwickeln, unterstützt das THW das deutsch-indische Projekt mit seiner Expertise.

„Sortie“ ist das französische Wort für Ausgang. Diesen zu finden, ist für Menschen, die unter Trümmern begraben sind, lebensnotwendig. Um ihre Rettung zu optimieren, startete 2020 das Forschungsprojekt Sensor-Systeme zur Lokalisierung von verschütteten Personen in eingestürzten Gebäuden, kurz SORTIE. Dabei arbeiten deutsche Forschungspartner, darunter das THW, mit indischen Kooperationspartnern zusammen.

SORTIE

Die Forschungen konzentrieren sich darauf, unter Trümmern verschüttete Personen schneller, einfacher und zuverlässiger zu lokalisieren. Bei den Rettungseinsätzen auf diesem gefährlichen Terrain riskieren die Einsatzkräfte jedoch mitunter ihr Leben. Im Rahmen von SORTIE arbeiten Forschende daher auch daran, das Gefahrenpotential für die Helferinnen und Helfer zu reduzieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, steht im Mittelpunkt der Forschung die Entwicklung eines modularen Sensorsystems mit verschiedenen einzelnen Komponenten. Diese sollen an einer Drohne angebracht werden, mit der die Einsatzkräfte das Gefahrengebiet erkunden und die Stabilität des Gebäudes beurteilen ohne das Terrain betreten zu müssen. Die Drohne kann aber auch mit einem Bioradar oder Gas-Sensorik ausgestattet werden. Das Bioradar erfasst Atembewegungen unter Trümmern, und die Gas-Sensorik erkennt explosive Atmosphäre. Außerdem soll die Drohne Handys orten können, um ihre Besitzerinnen und Besitzer zu lokalisieren.

Schwerpunkte des THW

Das THW unterstützt das Forschungsprojekt SORTIE mit seinen diversen Kompetenzen. So sichert es zum einen die sogenannte „Anwenderrelevanz“. Dabei legt das THW beispielsweise fest, unter welchen Umständen der Einsatz von SORTIE sinnvoll ist und wie es dann konkret angewendet werden sollte. Weiterhin begleitet das THW die technischen Entwicklungen und stellt sicher, dass diese den Bedürfnissen und Ansprüchen der Nutzenden, also der Einsatzkräfte, entsprechen.

Um ihre Aufgaben zu erfüllen, vermitteln die THW-Einsatzkräfte der Fachgruppe Ortung, der Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland (SEEBA) aber auch aus dem UL-Trupp ihre Einsatzexpertise. In Workshops, Interviews und Planspielen teilen sie als potenzielle zukünftige Anwenderinnen und Anwender ihr Wissen mit den Forschungspartnern. Darüber hinaus verantwortet das THW die kontinuierliche Evaluierung der Technik; ein erster Feldversuch fand im Sommer 2021 auf dem Übungsplatzgelände in Wesel statt.

Kooperationspartnerinnen und -Partner

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SORTIE im Zuge von “Internationales Katastrophen- und Risikomanagement – IKARIM”, das zum Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ gehört.

Unter Koordination der Universität Freiburg arbeitet das THW mit der Universität Nürnberg-Erlagen, der Universität der Bundeswehr in München, dem Fraunhofer IPM in Freiburg sowie der TH Köln zusammen. Auf indischer Seite finden sich Partnerinnen und Partner aus Forschungs- und Regierungseinrichtungen wie beispielsweise das Department of Civil Engineering des Indian Institute of Technology oder die National Disaster Management Authority des Ministry of Home Affairs.

Das deutsch-indische Forschungsprojekt SORTIE läuft noch bis Ende 2022.

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Original Quelle: THW Deutschland

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