Fortsetzung des BLOCK Verfahrens in Hamburg

28. Juli 2026

Vor dem Landgericht Hamburg wird am heutigen Dienstag der viel beachtete Prozess um die mutmaßliche Entführung der beiden jüngsten Kinder der Unternehmerin Christina Block fortgesetzt. Nach einer kurzen Unterbrechung richtet sich der Fokus nun auf eine jugendpsychologische Sachverständige, die dem Gericht ihr Gutachten vorstellen soll. Von ihrer Aussage erwarten sich die Verfahrensbeteiligten wichtige Erkenntnisse darüber, wie es den beiden Kindern heute geht und welche psychischen Folgen die Ereignisse für sie haben.

Gutachten zur seelischen Entwicklung der Kinder

Die Sachverständige hat die beiden Kinder umfassend untersucht und sich mit ihrer Entwicklung nach der gewaltsamen Rückführung aus Dänemark beschäftigt. Im Mittelpunkt ihrer Einschätzung steht die Frage, welche Belastungen die damaligen Geschehnisse hinterlassen haben und ob langfristige seelische Folgen festzustellen sind.

Das Gutachten gilt als wichtiger Baustein im laufenden Strafverfahren. Die Ergebnisse könnten eine erhebliche Rolle bei der Bewertung der Tatvorwürfe und der möglichen Strafzumessung spielen.

Vorwürfe gegen Christina Block

Die Unternehmerin Christina Block bestreitet weiterhin sämtliche Vorwürfe. Nach Auffassung der Anklage soll sie im Rahmen eines langjährigen Sorgerechtsstreits eine Sicherheitsfirma damit beauftragt haben, ihre beiden damals zehn und 13 Jahre alten Kinder aus Dänemark nach Deutschland zurückzubringen. Neben ihr stehen mehrere weitere Angeklagte vor Gericht, darunter auch ihr Lebensgefährte, dem Beihilfe vorgeworfen wird.

Die Verteidigung weist die Anschuldigungen zurück und hält an ihrer Darstellung fest, dass Christina Block keine strafbaren Handlungen veranlasst habe.

Möglicher Ausschluss der Öffentlichkeit

Da im Rahmen der Verhandlung äußerst sensible Informationen über den Gesundheitszustand und die persönliche Entwicklung der Kinder zur Sprache kommen könnten, prüft das Gericht einen Ausschluss der Öffentlichkeit für Teile der Anhörung. Ziel ist es, die Persönlichkeitsrechte der Minderjährigen bestmöglich zu schützen.

Prozess dauert weiter an

Das Verfahren beschäftigt das Hamburger Landgericht bereits seit mehr als einem Jahr und zählt zu den umfangreichsten Strafprozessen der vergangenen Zeit. Weitere Verhandlungstage sind bereits bis zum Jahresende angesetzt. Ob die heutige Aussage der Sachverständigen neue Erkenntnisse für den weiteren Verlauf bringt, dürfte sich im Laufe der Verhandlung zeigen.

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