Kulturgutschutz: Hilfslieferung für die Ukraine

Transport von Hilfsmaterialien zum Schutz von Kulturgut in der Ukraine

Das Logistiknetz des Projekts „KulturGutRetter“, an dem das THW und das Deutsche Archäologische Institut beteiligt sind, hat geholfen, gefährdete Museen, Archive, Bibliotheken und Denkmäler in der Ukraine zu schützen. Hierfür gingen in einer Lieferung fast 200 Paletten mit Verpackungs- und Hilfsmaterialien nach Kiew.

Was manchmal nicht sofort bewusst ist: Der Krieg in der Ukraine zerstört auch kulturelles Erbe. Denn die Angriffe machen auch vor Denkmälern, Archiven und Kirchen keinen Halt, in denen wertvolle Schätze Identitäten symbolisieren. Unzählige Museen, Kulturstätten und Welterbestätten sind massiv bedroht.

Nachdem die Ukraine über das EU Katastrophenschutzverfahren internationale Hilfe ersucht hat, haben sich deutsche Kulturinstitutionen zusammengeschlossen, um ukrainische Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, ihr kulturelles Erbe vor der Zerstörung zu retten. Das betrifft zum Beispiel Gemälde, Archivalien und antike Kunstgegenstände, die in diesen Wochen schnell einem Brand zum Opfer fallen können. Auch Denkmäler müssen zu ihrem Schutz eingerüstet werden.

Das THW verfügt über ein großes logistisches Netzwerk, das es beispielsweise im Rahmen des Projekts „KulturGutRetter“ (KGR) mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) auch zum Schutz kultureller Güter einsetzt. Nachdem ein eigens für die Ukraine-Hilfe ins Leben gerufenes Netzwerk aus deutschen Kulturinstitutionen zuvor Verpackungs- und Hilfsmaterialien beschafft und gespendet hatten, sammelten und verpackten THW-Helferinnen und -Helfer Schutzmaterialien. Darunter zum Beispiel Luftpolsterfolie, Seidenpapier, Archivkartons, Feuerlöscher, Sandsäcke und weitere Materialien.

Die KGR koordinierten die Transportlogistik dieser Materialien, berieten Sammelstellen und leiteten Transportdaten an das zentrale THW-Logistikzentrum in Hilden weiter. Von dort aus wurden die Materialien schließlich auf fast 200 Paletten in einer ersten Lieferung nach Kiew geliefert, wo spezielle heimische Institutionen sie weiterverteilten. Weitere Spenden treffen bereits ein und sollen in weiteren Lieferungen der Ukraine zukommen.

Das Logistiknetz ist in das Katastrophenschutzverfahren der EU integriert und gilt als zuverlässig und nachhaltig einsetzbar. Die Initiative fügt sich ein in das „Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine“, das durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zusammen mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen wurde.

Die Arbeiten des DAI und der KGR werden durch das Auswärtige Amt unterstützt. Das Projekt „KulturGutRetter – Ein Mechanismus zur schnellen Hilfe für Kulturerbe in Krisensituationen“ entwickelte sich aus dem Archaeological Heritage Network (ArcHerNet) heraus. Getragen wird es heute durch das Deutsche Archäologische Institut, das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Leibniz Forschungsinstitut für Archäologie sowie das Technische Hilfswerk.

THW

Original Quelle: THW Deutschland

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