93 Messerstiche auf Roxana: Mordprozess bringt erschütternde Details ans Licht
Vor dem Landgericht Saarbrücken wird derzeit ein Tötungsdelikt verhandelt, das bundesweit für großes Entsetzen sorgt. Im Mittelpunkt steht der gewaltsame Tod der 30-jährigen Roxana H. Die Staatsanwaltschaft wirft einer 36-jährigen Frau vor, das Opfer zunächst mit einer Kette gewürgt und anschließend mit insgesamt 93 Messerstichen getötet zu haben. Während der laufenden Hauptverhandlung rücken nun immer mehr die letzten Stunden vor der Tat in den Fokus. Besonders die Aussage der besten Freundin des Opfers sorgte im Gerichtssaal für bewegende Momente.
Nach den bisherigen Erkenntnissen sollen sich Roxana H. und die Angeklagte einige Wochen vor der Tat während eines Aufenthalts in einer psychiatrischen Einrichtung kennengelernt haben. Beide hielten anschließend Kontakt und verabredeten sich schließlich zu einem weiteren Treffen. Nach Ansicht der Ermittler führte dieses Treffen die beiden Frauen schließlich in ein abgelegenes Waldgebiet bei Rehlingen-Siersburg, wo sich das Verbrechen ereignet haben soll.
Im Prozess rekonstruiert das Gericht derzeit den genauen Ablauf der Geschehnisse. Dabei stützen sich die Richter nicht nur auf Spuren vom Tatort, sondern auch auf Chatverläufe, Gutachten sowie zahlreiche Zeugenaussagen. Besonders eindrucksvoll schilderte Roxanas beste Freundin die letzten Begegnungen mit der 30-Jährigen. Nach ihren Aussagen soll Roxana voller Hoffnung und Vertrauen in das Treffen gegangen sein. Gleichzeitig machte ihre Aussage deutlich, wie sehr die Tat das Umfeld des Opfers bis heute belastet.
Nach der Anklage soll die Angeklagte Roxana zunächst mit einer Gliederkette gewürgt haben. Anschließend soll sie mit einem Küchenmesser insgesamt 93-mal auf die junge Frau eingestochen haben. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass die Tat aus sexuellen Motiven begangen worden sein könnte. Ob sich dieser schwerwiegende Vorwurf im Laufe des Prozesses bestätigt, muss jedoch das Landgericht Saarbrücken auf Grundlage der Beweisaufnahme entscheiden. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Nachdem ein Spaziergänger die leblose Frau in dem Waldstück entdeckt hatte, sperrte die Polizei den Bereich weiträumig ab und begann mit umfangreichen Spurensicherungsmaßnahmen. Spezialisten der Kriminalpolizei untersuchten den Tatort über viele Stunden hinweg. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse führten die Ermittler schließlich auf die Spur der heute Angeklagten. Wenig später nahmen Spezialeinsatzkräfte die 36-Jährige in Rheinland-Pfalz fest. Seitdem befindet sie sich in Untersuchungshaft.
Ein weiterer Schwerpunkt des Prozesses liegt auf der Frage der Schuldfähigkeit. Ein psychiatrischer Sachverständiger soll klären, ob bei der Angeklagten möglicherweise eine psychische Erkrankung vorlag und ob diese ihr Verhalten während der mutmaßlichen Tat beeinflusst haben könnte. Das Gutachten könnte für das spätere Urteil von entscheidender Bedeutung sein. Je nach Ergebnis kommen sowohl eine langjährige Freiheitsstrafe als auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht.
Für die Angehörigen und Freunde von Roxana H. bleibt der Prozess eine enorme emotionale Belastung. Besonders die Aussage ihrer besten Freundin machte deutlich, dass der Verlust bis heute tiefe Wunden hinterlassen hat. Viele Fragen sind noch offen und sollen nun im Laufe der weiteren Verhandlungstage beantwortet werden. Das Gericht wird dazu weitere Zeugen hören, Sachverständige befragen und zahlreiche Beweise auswerten, bevor schließlich ein Urteil gesprochen wird. Bis dahin bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Beweisaufnahme noch ans Licht bringen wird.
