THW erprobt in Witten Fußgänger-Behelfsbrücke mit neuen Maßen

THW-Einsatzkräfte bauen auf dem Gelände eines Ortsverbands eine modulare Behelfsbrücke zusammen.

Brücken verbinden Menschen. Umso schlimmer, wenn sie zerstört werden. Damit Menschen nach solchen Zerstörungen schnell wieder Flüsse oder Bäche überqueren können, baut das THW Behelfsbrücken. Dabei kommen häufig modulare Systeme zum Einsatz. Eines dieser Systeme hat der Ortsverband Witten nun erweitert. So können die provisorischen Fußgängerbrücken deutlich länger und breiter werden als bisher.

Brücken bauen – das gehört für das THW schon lange zum Repertoire. Die Einsatzkräfte bauen in kurzer Zeit Behelfsbrücken, wenn zum Beispiel starke Unwetter oder Erdbeben die vorigen Brücken zerstört haben. Häufig kommt dabei ein modulares Gerüstsystem zum Einsatz: das sogenannte Einsatzgerüstsystem.

Das entsprechende THW-Handbuch dazu sieht allerdings nur Brücken vor, die maximal neun Meter lang und einen Meter breit werden. Doch das reicht nicht immer. Daher hat der THW-Ortsverband Witten eine Variante entwickelt, die deutlich länger und doppelt so breit werden kann. Fast acht Jahre hat die Entwicklung gedauert. Statische Berechnung und Ausführungsplanung übernahm das Baufachberaterteam des Ortsverbands Witten.

Bereit für die Feuerprobe

Was lange währt, konnte nun endlich auf Herz und Nieren getestet werden. Am 17. September probten 25 Einsatzkräfte des THW den Aufbau. Eigentlich hätte das schon 2020 passieren sollen. Dann kam aber Corona dazwischen. Und später haben die Einsätze nach der Hochwasserkatastrophe 2021 die Kapazitäten gebunden. Am vergangenen Wochenende kam glücklicherweise nichts mehr dazwischen. Nach neun Stunden stand die Brücke.

Die sogenannte Trogbrücke wurde als räumliches Fachwerk erstellt. Für den Aufbau wurden vier Sätze des Einsatzgerüstsystem und Sondermaterial verwendet: insgesamt 416 Gerüstteile. Die Brücke kommt auf ein Gewicht von fast vier Tonnen. Tragen kann sie insgesamt 15 Tonnen. Damit erfüllt die Behelfsbrücke die normativen Anforderungen einer regulären Fußgängerbrücke.

Die Auf- und Abgänge der Brücke lassen sich je nach Einsatzort variabel anpassen. Die Gründung der Brücke kann auf Holzfundamenten, Brunnengründungen oder Stahlbetonfundamenten erfolgen – je nach Uferprofil und Beschaffenheit des Baugrundes.

Nach dem erfolgreich bestandenen Test steht die Brücke nun für echte Einsätze bereit.

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Original Quelle: THW Deutschland

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