Ermittler untersuchen möglichen Extremismus-Hintergrund nach Gewalttat an Schule

14. Juli 2026

Ermittler untersuchen möglichen Extremismus-Hintergrund nach Gewalttat an Schule in Schongau

Schongau. Eine Woche nach der schweren Gewalttat am Welfen-Gymnasium in Schongau rückt das mögliche Motiv des 16-jährigen Tatverdächtigen immer stärker in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Nachdem neue Erkenntnisse ausgewertet wurden, hat die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die weiteren Untersuchungen übernommen. Ein terroristischer Hintergrund ist derzeit jedoch weiterhin nicht bestätigt.

Spezialermittler werten Hinweise aus

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München liegen Anhaltspunkte vor, die eine Prüfung eines möglichen extremistischen Motivs erforderlich machen. Aus diesem Grund wurde das Verfahren an die auf Extremismus und Terrorismus spezialisierte Zentralstelle übertragen.

Die Ermittlungsbehörden betonen ausdrücklich, dass diese Übernahme nicht bedeutet, dass die Tat bereits als Terroranschlag bewertet wird. Vielmehr sollen sämtliche Hintergründe umfassend untersucht werden.

Digitales Material spielt wichtige Rolle

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen unter anderem elektronische Geräte und digitale Daten des Jugendlichen. Außerdem prüfen die Ermittler ein mutmaßlich von ihm verfasstes Schreiben. Darin sollen verschiedene Bevölkerungsgruppen, Religionsgemeinschaften sowie Personen aus seinem persönlichen Umfeld beleidigt worden sein.

Ob das Dokument tatsächlich vom Tatverdächtigen stammt und welche Bedeutung es für das Tatmotiv besitzt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Hinweise auf geplante Internetübertragung

Zusätzlich gehen die Behörden Hinweisen nach, wonach der Jugendliche möglicherweise geplant haben könnte, den Angriff im Internet zu übertragen. Bislang gibt es jedoch keine Bestätigung, dass ein Livestream tatsächlich stattgefunden hat.

Die Auswertung von Mobiltelefonen, Computern und Online-Konten soll nun weitere Erkenntnisse liefern.

Zwei Schülerinnen schwer verletzt

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand griff der 16-Jährige auf dem Gelände des Welfen-Gymnasiums zwei 13-jährige Schülerinnen mit einem Messer an. Beide Mädchen wurden schwer verletzt und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Durch das schnelle Eingreifen von Mitschülern, Lehrkräften und Rettungskräften konnte Schlimmeres verhindert werden.

Der Tatverdächtige wurde noch am Einsatzort von der Polizei festgenommen.

Auch Schusswaffe sichergestellt

Neben dem Messer fanden die Ermittler später auch eine Pistole sowie Munition. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Jugendliche zunächst versucht haben, die Waffe einzusetzen. Nachdem diese offenbar nicht mehr funktionierte, soll es zu dem Messerangriff gekommen sein.

Auch die Herkunft der Schusswaffe wird derzeit untersucht.

Tatverdächtiger bereits zuvor polizeibekannt

Wie inzwischen bekannt wurde, war der Jugendliche den Behörden bereits vor der aktuellen Tat aufgefallen. Frühere Ermittlungen standen unter anderem im Zusammenhang mit Bedrohungen und der Verherrlichung von Amoktaten in sozialen Netzwerken.

Welche Bedeutung diese Vorfälle für das aktuelle Verfahren haben, wird nun ebenfalls geprüft.

Ermittlungen dauern an

Die Staatsanwaltschaft führt die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes in zwei Fällen. Gleichzeitig wird weiterhin untersucht, ob ein extremistischer Hintergrund nachweisbar ist. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für den Jugendlichen die Unschuldsvermutung.

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