Mutter angeklagt – Drei kleine Kinder in ihrem Zuhause getötet

21. Juli 2026

Prozess gegen Mutter beginnt: Drei kleine Kinder in ihrem Zuhause getötet

Plymouth/Duxbury – Ein erschütternder Fall beschäftigt derzeit die Justiz im US-Bundesstaat Massachusetts. Eine Mutter muss sich wegen des Todes ihrer drei kleinen Kinder vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Lindsay Clancy vor, ihre fünfjährige Tochter Cora, ihren dreijährigen Sohn Dawson sowie den erst acht Monate alten Callan im Januar 2023 getötet zu haben.

Am Montag, dem 20. Juli 2026, begann am Plymouth County Superior Court die Auswahl der Geschworenen. Insgesamt sollen zwölf reguläre Geschworene und sechs Ersatzgeschworene bestimmt werden. Da zahlreiche Zeugen sowie medizinische Sachverständige aussagen könnten, rechnen Beobachter mit einem mehrwöchigen Verfahren.

Mutter soll drei Kinder mit Fitnessbändern erdrosselt haben

Die schrecklichen Ereignisse ereigneten sich am 24. Januar 2023 im Wohnhaus der Familie in Duxbury, südlich von Boston. Nach Darstellung der Ermittler hatte Lindsay Clancy ihren Ehemann Patrick gebeten, Essen abzuholen und außerdem etwas aus einer Apotheke mitzubringen.

Während der Vater unterwegs war, soll die Mutter die drei Kinder mit Fitnessbändern erdrosselt haben. Anschließend verletzte sie sich selbst schwer und stürzte aus einem Fenster im zweiten Stock des Hauses.

Als Patrick Clancy nach Hause zurückkehrte, fand er zunächst seine schwer verletzte Frau vor dem Gebäude. Kurz darauf entdeckte er die Kinder im Haus und alarmierte die Rettungskräfte. Für Cora und Dawson kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der acht Monate alte Callan starb einige Tage später im Krankenhaus.

Verteidigung beruft sich auf schwere psychische Erkrankung

Lindsay Clancy bekannte sich in den drei Mordanklagen nicht schuldig. Ihre Verteidiger bestreiten nicht, dass sie für den Tod der Kinder verantwortlich ist. Allerdings argumentieren sie, dass die Mutter zum Tatzeitpunkt wegen einer schweren psychischen Erkrankung nicht schuldfähig gewesen sei.

Demnach soll sie nach der Geburt ihres jüngsten Kindes unter erheblichen psychischen Problemen gelitten haben. Die Verteidigung spricht von einer möglichen Wochenbettpsychose, die mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen sowie einem Verlust des Realitätsbezugs einhergehen kann.

Außerdem soll die ehemalige Krankenschwester innerhalb kurzer Zeit verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente erhalten haben. Ihre Anwälte wollen deshalb darlegen, dass die Erkrankung und die medikamentöse Behandlung ihren Zustand zusätzlich verschlechtert hätten.

Staatsanwaltschaft geht von einer geplanten Tat aus

Die Staatsanwaltschaft vertritt dagegen eine andere Auffassung. Sie will beweisen, dass Lindsay Clancy bewusst handelte und die Tötung ihrer Kinder vorbereitete. Damit steht im Mittelpunkt des Prozesses vor allem die Frage, ob die Angeklagte zum Tatzeitpunkt zwischen Recht und Unrecht unterscheiden konnte.

Seit ihren schweren Verletzungen ist die inzwischen 35 beziehungsweise nach anderen aktuellen Berichten 36 Jahre alte Angeklagte von der Hüfte abwärts gelähmt. Sie verfolgt das Verfahren daher im Rollstuhl. Bis zum Abschluss des Prozesses gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Ehemann will vor Gericht aussagen

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf Patrick Clancy. Der Vater der getöteten Kinder steht sowohl auf der Zeugenliste der Staatsanwaltschaft als auch auf der Liste der Verteidigung. Er hatte seine Frau öffentlich als schwer erkrankten Menschen beschrieben und erklärt, dass er sie nicht als „Monster“ betrachte.

Darüber hinaus werfen Lindsay und Patrick Clancy mehreren medizinischen Behandlern vor, die psychische Erkrankung nicht richtig erkannt und behandelt zu haben. Entsprechende Zivilklagen laufen unabhängig vom Mordprozess.

Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht Lindsay Clancy nach dem Recht von Massachusetts lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Der Prozess könnte nach bisherigen Einschätzungen zwischen sechs und acht Wochen dauern.

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Hilfe bei psychischen Krisen

Wer sich in einer psychischen Krise befindet oder Suizidgedanken hat, sollte sofort Hilfe suchen. Die Telefonseelsorge ist in Deutschland kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 sowie 116 123 erreichbar. In akuten Notfällen sollte unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden.

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