Schlauchboot kentert im Großhesseloher Wehr: Touristen geraten in gefährliche Wasserwalze
Pullach/München. Eine sommerliche Schlauchbootfahrt auf der Isar endete am Samstagnachmittag, 25. Juli 2026, mit einem gefährlichen Zwischenfall. Zwei Touristen gerieten am Großhesseloher Wehr südlich von München mit ihrem Boot in eine Wasserwalze. Obwohl die Stelle als lebensgefährlich gilt und entsprechend ausgeschildert ist, setzte die Gruppe ihre Fahrt auf der Isar fort.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren insgesamt sieben Erwachsene mit mehreren Schlauchbooten flussabwärts unterwegs. Gegen 17 Uhr erreichte die Gruppe den Bereich des Großhesseloher Wehrs. Dort hätten die Schlauchbootfahrer die Isar verlassen beziehungsweise der vorgeschriebenen Route folgen müssen. Dennoch fuhren sie weiter auf die Wehranlage zu.
Strömung erfasst das Schlauchboot
Die starke Strömung erfasste schließlich eines der Boote. Daraufhin kenterte es, wodurch eine 29-jährige Frau aus Köln und ein 33-jähriger Mann aus Düsseldorf ins Wasser stürzten. Beide gerieten anschließend in die gefährliche Wasserwalze des Wehrs.
Die Insassen der weiteren Schlauchboote reagierten jedoch schnell. Noch bevor die alarmierten Rettungskräfte eintrafen, konnten die Begleiter die beiden Personen aus dem Wasser ziehen. Außerdem gelang es allen sieben Beteiligten, selbstständig das Ufer zu erreichen.
Zahlreiche Einsatzkräfte rückten zur Isar aus. Neben Polizei, Feuerwehr und Wasserrettung befand sich auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Nach ersten Erkenntnissen kamen die Betroffenen mit leichten Schürfwunden davon. Schwerwiegende Verletzungen wurden zunächst nicht festgestellt.
Alkoholtest zeigt mehr als 0,5 Promille
Während der polizeilichen Maßnahmen stellte sich heraus, dass die beiden gekenterten Schlauchbootfahrer Alkohol konsumiert hatten. Ein Alkoholtest ergab demnach jeweils einen Wert von mehr als 0,5 Promille. Auf der Isar gilt für Bootsführer jedoch ebenfalls eine Alkoholgrenze.
Da die Beteiligten außerdem die vorgeschriebene Route nicht eingehalten und Warnhinweise missachtet haben sollen, leitete die Polizei Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen das Bayerische Wassergesetz ein.
Wehranlagen können zur tödlichen Gefahr werden
Besonders sogenannte Wasserwalzen stellen eine erhebliche Gefahr dar. Dabei wird das Wasser hinter einem Wehr teilweise zurück in Richtung der Anlage gezogen. Menschen oder Boote können dadurch über längere Zeit in der Strömung festgehalten und unter Wasser gedrückt werden.
Die Polizei appelliert deshalb an alle Freizeitsportler, die vorhandene Beschilderung unbedingt zu beachten. Darüber hinaus müssen Kinder bis acht Jahre sowie Nichtschwimmer eine Rettungsweste tragen. Auch zusammengebundene Boote, Glasflaschen und Musikboxen sind bei Fahrten auf der Isar im Landkreis München verboten.
Hinweise zu den geltenden Regeln und aktuellen Gefahrenlagen veröffentlichen unter anderem die Bayerische Polizei, die Feuerwehr München und die Wasserwacht Bayern.
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