CSD-Anschlag in Berlin: Zweiter Verdächtiger wieder auf freiem Fuß
Nach dem tödlichen Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin ist ein vorübergehend festgenommener zweiter Verdächtiger wieder auf freiem Fuß. Die Ermittler hatten geprüft, ob sich neben dem mutmaßlichen Haupttäter möglicherweise eine weitere Person im Tatfahrzeug befunden hatte. Allerdings erhärtete sich der Verdacht gegen den Mann offenbar nicht.
Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen iranischen Staatsangehörigen handeln. Weil die Behörden bislang keine ausreichenden Hinweise auf eine Beteiligung an dem Anschlag fanden, wurde er aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Dennoch bleibt weiterhin offen, ob der mutmaßliche Attentäter allein handelte oder Unterstützung aus seinem Umfeld erhielt.
Verdacht gegen zweiten Mann bestätigte sich nicht
Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Ermittler einem Hinweis nachgegangen, wonach sich möglicherweise eine zweite Person im Fahrzeug befunden haben könnte. Deshalb nahmen die Einsatzkräfte den Mann zunächst fest und überprüften seine mögliche Verbindung zur Tat.
Im Verlauf der Ermittlungen fanden sich jedoch offenbar keine belastbaren Beweise dafür, dass der Verdächtige an dem Anschlag beteiligt war. Auch der ursprüngliche Hinweis, dass er sich im Tatfahrzeug aufgehalten haben könnte, bestätigte sich nicht. Daher bestand nach aktuellem Stand keine Grundlage für eine weitere Inhaftierung.
Die Entlassung bedeutet allerdings nicht, dass die Ermittlungen zu möglichen Mitwissern oder Unterstützern abgeschlossen sind. Vielmehr prüfen die zuständigen Behörden weiterhin das persönliche und mögliche extremistische Umfeld des mutmaßlichen Haupttäters.
Bundesanwaltschaft untersucht mögliche Unterstützer
Inzwischen hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Dies geschieht üblicherweise dann, wenn der Verdacht auf eine terroristisch motivierte Straftat besteht oder die innere Sicherheit der Bundesrepublik betroffen sein könnte.
Dabei geht es nicht nur um den genauen Ablauf des Anschlags. Die Ermittler wollen außerdem klären, ob weitere Personen von den Plänen wussten, den mutmaßlichen Täter unterstützten oder möglicherweise an der Vorbereitung beteiligt waren. Eine Beteiligung des inzwischen freigelassenen Mannes ließ sich jedoch bislang nicht nachweisen.
Weitere Informationen zu überregionalen Polizeieinsätzen und aktuellen Ermittlungen finden Leser auch auf Blaulicht Deutschland. Hinweise zum Ablauf von Ermittlungen bei politisch oder religiös motivierten Straftaten bietet zudem die Internetseite des Generalbundesanwalts.
Mutmaßlicher Haupttäter bei Polizeieinsatz getötet
Der 21-jährige mutmaßliche Haupttäter war nach dem Anschlag zunächst auf der Flucht. Am Sonntagabend entdeckten Einsatzkräfte ihn schließlich in einer Berliner Kleingartenanlage. Nach Angaben der Behörden soll der Mann während des Einsatzes mit einer Stichwaffe auf Polizeikräfte zugelaufen sein.
Daraufhin machten die Einsatzkräfte von ihren Schusswaffen Gebrauch. Der Tatverdächtige wurde tödlich verletzt. Die genauen Umstände des Schusswaffeneinsatzes werden unabhängig von den eigentlichen Anschlagsermittlungen untersucht.
Aktuelle offizielle Informationen zu Polizeieinsätzen veröffentlicht die Polizei Berlin. Darüber hinaus informiert das Bundesinnenministerium über die Bekämpfung des islamistischen Extremismus und den Schutz öffentlicher Veranstaltungen.
Eine Frau starb – zahlreiche Menschen wurden verletzt
Bei dem Anschlag am Samstagabend war ein Fahrzeug im Bereich des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen. Außerdem wurden 29 weitere Menschen verletzt. Nach Angaben der Behörden befinden sich die Verletzten inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.
Die Ermittlungen zum Motiv, zur Vorbereitung der Tat und zu möglichen Unterstützern dauern weiterhin an. Gleichzeitig versuchen die Behörden, sämtliche Bewegungen und Kontakte des mutmaßlichen Täters vor dem Anschlag nachzuvollziehen. Dabei werden unter anderem digitale Spuren, Zeugenaussagen und sichergestellte Gegenstände ausgewertet.
Weitere internationale Polizeimeldungen, Sicherheitsinformationen und Berichte über laufende Ermittlungen finden Sie bei Police Report Worldwide.
