Abschiebeflug nach Afghanistan: 31 Männer nach Kabul gebracht

28. Juli 2026

Abschiebeflug nach Afghanistan: 31 Männer von Leipzig nach Kabul gebracht

Ein weiterer Abschiebeflug nach Afghanistan ist am Dienstag, 28. Juli 2026, vom Flughafen Leipzig/Halle gestartet. An Bord befanden sich insgesamt 31 afghanische Staatsangehörige. Bei einem Großteil der abgeschobenen Männer handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um verurteilte Straftäter, die teilweise schwerste Delikte begangen hatten.

Die Behörden brachten die Männer zunächst aus mehreren Bundesländern nach Sachsen. Anschließend startete die Chartermaschine in Richtung Kabul. Einige der Abgeschobenen befanden sich zuvor in Strafhaft, während andere bereits in Abschiebehaft saßen.

Schwere Straftäter an Bord des Flugzeugs

Die Liste der Straftaten wiegt schwer. Unter den abgeschobenen Männern sollen sich unter anderem verurteilte Täter befinden, die wegen Totschlags, versuchten Mordes, Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs von Kindern, Raubes oder gefährlicher Körperverletzung vor Gericht standen.

Darüber hinaus hatten Gerichte einige der Männer wegen Drogendelikten, Bedrohung oder anderer Gewalttaten verurteilt. Weil sie kein Aufenthaltsrecht mehr besaßen und vollziehbar ausreisepflichtig waren, bereiteten die zuständigen Behörden schließlich ihre Abschiebung vor.

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Bundesregierung will Rückführungen ausweiten

Die Bundesregierung hat die Abschiebungen nach Afghanistan in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Während zunächst vor allem Straftäter und sogenannte Gefährder im Mittelpunkt standen, sollen künftig grundsätzlich auch weitere vollziehbar ausreisepflichtige Männer zurückgeführt werden können.

Das Bundesinnenministerium informiert über die deutsche Rückführungspolitik und betont, dass eine bestehende Ausreisepflicht durchgesetzt werden kann, wenn eine freiwillige Ausreise ausbleibt.

Allerdings prüfen die Behörden weiterhin jeden Fall einzeln. Dabei berücksichtigen sie sowohl rechtliche als auch persönliche und humanitäre Aspekte. Gleichzeitig benötigt Deutschland für Abschiebungen nach Kabul eine funktionierende technische Zusammenarbeit mit den dortigen Stellen.

Bereits mehrere Flüge nach Kabul durchgeführt

Deutschland hatte bereits im Februar 2026 insgesamt 20 Straftäter mit einem direkten Charterflug nach Kabul gebracht. Im April folgten weitere 25 Männer. Außerdem wurden im Juni erneut mehr als 30 verurteilte Straftäter abgeschoben.

Nach Angaben der Bundesregierung fanden seit Beginn der laufenden Legislaturperiode mehrere Rückführungsmaßnahmen nach Afghanistan statt. Mit dem aktuellen Flug erhöhte sich die Zahl der abgeschobenen afghanischen Staatsangehörigen demnach auf insgesamt 204 Personen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigte an, die Rückführungen fortzusetzen. Aus Sicht des Ministers erhöhen die Abschiebungen verurteilter Gewalttäter die Sicherheit in Deutschland. Kritiker warnen dagegen vor einer Zusammenarbeit mit den in Afghanistan herrschenden Taliban und verweisen auf die schwierige Menschenrechtslage im Land.

Abschiebungen bleiben politisch umstritten

Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsräte kritisieren Abschiebungen nach Afghanistan grundsätzlich. Sie argumentieren, dass Betroffene dort Verfolgung, unmenschliche Behandlung oder andere Gefahren erwarten könnten. Die Bundesregierung vertritt hingegen die Auffassung, dass Rückführungen insbesondere bei schweren Straftätern notwendig und rechtlich möglich sind.

Damit bleibt das Thema politisch und gesellschaftlich umstritten. Dennoch plant das Bundesinnenministerium weitere Flüge. Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt finden Sie außerdem bei Police Report Worldwide.

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