Erfurter verliert mehr als 23.000 Euro durch Love Scamming

21. Juli 2026

Ein 55-jähriger Mann aus Erfurt ist Opfer eines perfiden Love-Scamming-Betrugs geworden. Über mehrere Monate hinweg überwies der Mann insgesamt mehr als 23.000 Euro auf verschiedene ausländische Konten. Zuvor hatten Betrüger über das Internet eine angebliche Liebesbeziehung zu ihm aufgebaut.

Die vermeintliche Partnerin gewann zunächst das Vertrauen des Erfurters. Anschließend erfanden die Täter immer neue Geschichten, um den 55-Jährigen zu Geldzahlungen zu bewegen. Unter anderem behaupteten sie, einen Koffer voller Gold an ihn geschickt zu haben. Damit dieser angebliche Koffer ausgeliefert werden könne, sollte der Mann jedoch zunächst die anfallenden Zollgebühren bezahlen.

Love Scamming in Erfurt: Mehr als 23.000 Euro überwiesen

Zwischen April und Juli überwies der Geschädigte schließlich mehrere Geldbeträge. Insgesamt gingen mehr als 23.000 Euro auf unterschiedliche Konten im Ausland. Erst später erkannte der Mann offenbar, dass es sich bei seiner vermeintlichen Partnerin nicht um eine echte Bekanntschaft, sondern um eine professionelle Betrugsmasche handelte.

Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen wegen Betrugs auf. Ob die Täter identifiziert werden können und ob sich Teile des Geldes zurückholen lassen, ist derzeit nicht bekannt.

Weitere Meldungen zu aktuellen Betrugsfällen und Polizeieinsätzen finden Sie in unserem Nachrichtenüberblick zum Thema Betrug. Außerdem berichten wir regelmäßig über Ermittlungen und Warnungen der Polizei.

So funktioniert die Betrugsmasche Love Scamming

Beim sogenannten Love Scamming nehmen Kriminelle über soziale Netzwerke, Partnerbörsen oder Messenger-Dienste Kontakt zu ihren späteren Opfern auf. Häufig wirken die Profile besonders attraktiv und seriös. Zudem schreiben die Täter regelmäßig liebevolle Nachrichten, machen Komplimente und sprechen bereits nach kurzer Zeit von einer gemeinsamen Zukunft.

Nachdem sie das Vertrauen ihres Opfers gewonnen haben, berichten die Betrüger plötzlich von einer angeblichen Notlage. Dabei kann es beispielsweise um eine medizinische Behandlung, eine blockierte Bankverbindung, eine Geschäftsreise oder ein wertvolles Paket beim Zoll gehen. Anschließend bitten die Täter um Geld, Gutscheinkarten oder persönliche Bankdaten.

Polizei warnt vor Geldforderungen von Internetbekanntschaften

Die Polizei rät dazu, bei Kontaktaufnahmen durch unbekannte Personen grundsätzlich vorsichtig zu bleiben. Besonders misstrauisch sollten Betroffene werden, wenn eine Internetbekanntschaft bereits nach kurzer Zeit Geld verlangt oder immer neue Ausreden für ein persönliches Treffen findet.

Überweisen Sie deshalb niemals Geld an eine Person, die Sie ausschließlich aus dem Internet kennen. Verschicken Sie außerdem keine Gutschein-Codes und geben Sie weder Bankdaten noch Ausweiskopien weiter. Darüber hinaus sollten Betroffene sämtliche Chatverläufe, E-Mails, Telefonnummern und Überweisungsbelege sichern.

Hilfreiche Informationen zu dieser Betrugsmasche stellt die Polizeiliche Kriminalprävention bereit. Auch die Verbraucherzentrale informiert über Gefahren bei Internetbekanntschaften und digitalen Zahlungsforderungen.

Opfer sollten sich nicht schämen und Anzeige erstatten

Viele Betroffene schämen sich, nachdem sie den Betrug erkannt haben. Allerdings nutzen die Täter gezielt Gefühle, Vertrauen und Einsamkeit aus. Deshalb sollten Opfer nicht zögern, Angehörige oder Freunde einzuweihen und sich möglichst schnell an die Polizei zu wenden.

Außerdem empfiehlt es sich, unverzüglich die eigene Bank zu kontaktieren. In einzelnen Fällen können Überweisungen noch gestoppt oder Empfängerkonten gesperrt werden. Danach sollten Betroffene die Person blockieren und keinen weiteren Kontakt zulassen.

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