Jetzt müssen alle Bewohner zum DNA-Test!
Kiel – Blaulicht, schwer bewaffnete Polizeikräfte und ein komplett abgeriegeltes Hochhaus: Am frühen Dienstagmorgen spielte sich im Kieler Problemhochhaus „Weißer Riese“ ein dramatisches Szenario ab. Rund 200 Polizeibeamte rückten zu einem der größten Einsätze der vergangenen Monate an.
Der Grund ist erschütternd: Nach dem brutalen Angriff auf eine junge Polizeibeamtin sollen nun sämtliche Bewohnerdes Hochhauses bei den Ermittlungen helfen – und werden um die Abgabe einer DNA-Probe gebeten.
Angriff auf Polizistin löste Großfahndung aus
Auslöser des spektakulären Einsatzes ist ein Vorfall vom 2. Juni 2026. Damals wurde eine schwere Gehwegplatte aus großer Höhe auf einen Streifenwagen geworfen. Das Geschoss durchschlug die Frontscheibe des Polizeifahrzeugs. Eine 25-jährige Polizistin wurde verletzt.
Für die Ermittler ist klar: Wer eine mehrere Kilogramm schwere Betonplatte auf ein Auto wirft, nimmt schlimmste Folgen zumindest billigend in Kauf. Deshalb wird wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.
Polizei durchsucht Wohnung für Wohnung
Schon in den frühen Morgenstunden sperrten Einsatzkräfte das Umfeld des Hochhauses ab. Anschließend begannen sie, die insgesamt 242 Wohnungen systematisch aufzusuchen.
Die Bewohner werden dabei gebeten, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Mit deren Hilfe wollen die Ermittler mögliche DNA-Spuren auswerten und den Täter endlich identifizieren.
Kommt die Polizei dem Täter jetzt auf die Spur?
Seit Wochen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Bislang konnte jedoch nicht eindeutig festgestellt werden, aus welcher Wohnung die schwere Gehwegplatte geworfen wurde.
Die Hoffnung der Ermittler: Die umfangreiche DNA-Reihenuntersuchung könnte jetzt den entscheidenden Durchbruch bringen und den Verantwortlichen überführen.
Der „Weiße Riese“ sorgt immer wieder für Schlagzeilen
Das markante Hochhaus im Kieler Stadtteil Mettenhof gehört zu den bekanntesten Wohngebäuden der Landeshauptstadt. Immer wieder sorgt das Gebäude für Polizeieinsätze und negative Schlagzeilen.
Der aktuelle Großeinsatz hebt sich jedoch deutlich von früheren Vorfällen ab. Noch nie zuvor rückte die Polizei dort mit einem derart großen Aufgebot an, um ein mutmaßliches versuchtes Tötungsdelikt aufzuklären.
Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Für alle betroffenen Personen gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
