Kevin ist 26 und was für ihn zählt ist Helfen – Seine THW Geschichte

Kevin berichtet von einem Einsatz nach der Flutkatastrophe.
Kevin berichtet von einem Einsatz nach der Flutkatastrophe. Quelle: THW

 

Kevin ist 26 und arbeitet regulär bei einem Logistikunternehmen. Wenn er jedoch die blaue THW-Jacke überstreift, kommt er überall dort zum Einsatz, wo seine Hilfe als Bergungsspezialist benötigt wird. Vom 20.-24. Juli 2021 war er als einer von tausenden ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Flutkatastrophengebiet im Einsatz. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.

„Ich bin seit mehr als zehn Jahren im THW. Hier begann meine Laufbahn, als mich Freunde damals zur THW-Jugend mitgenommen haben. Die Gemeinschaft und das gemeinsame Helfen haben mir gleich gefallen. Nach der Grundausbildung habe ich Fachausbildungen im Umgang mit Wassergefahren, mobilen Pumpen und als Bootsführer absolviert. Wasser ist unkontrollierbar, diese Herausforderung reizt mich. Im Wasser musst du wissen, was du tust.

Als mich die Bilder aus den Hochwassergebieten erreicht haben, war ich geschockt. Die verwüsteten Orte, die verzweifelten Menschen. Ich bin im Mai zum ersten Mal Vater geworden, aber es war nie eine Frage, ob ich helfen komme oder nicht. Dort unten gab es schließlich auch Väter, die um ihre Kinder bangen. Also habe ich mich von meiner Tochter und meiner Partnerin verabschiedet und bin mit meinen Kameradinnen und Kameraden aus Sachsen-Anhalt ausgerückt. Glücklicherweise ist meine Partnerin, die sich in einer Rettungshundestaffel engagiert, sehr verständnisvoll.

Erst als wir in Schuld ankamen, wurde mir das Ausmaß der Zerstörung wirklich bewusst. Mein erster Gedanke war: „So stelle ich mir den Krieg vor“. Überall Trümmer, überall Wasser. Die Menschen vor Ort standen unter Adrenalin. Ich weiß gar nicht, ob sie schon richtig begriffen hatten, was passiert war. Die haben einfach nur funktioniert und versucht zu retten, was noch zu retten war. Einige hatten Angehörige verloren.

Bald waren auch wir in diesem Modus. Immer fokussiert auf die Arbeit, auf das Helfen. Was soll man auch anderes machen. Geholfen hat mir, dass ich etwas tun konnte und der Zusammenhalt unter den Helfenden. Alle haben gemeinsam mit angepackt. Zusammen haben wir einen Campingplatz von Schutt und umgestürzten Bäumen befreit.

Was mich sehr bewegt hat, war die Dankbarkeit der Menschen. In dieser schlimmen Lage nicht allein zu sein, Hilfe zu bekommen – ich glaube das war ganz wichtig.

Das ist was zählt, dass man anderen hilft. Dafür würde ich immer wieder alles stehen und liegen lassen.“

Original Quelle: THW Deutschland

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